Der Raspberry Pi als webserver...

Die Idee:

... ein Kollege hatte mir zum SysAdmin-Day einen Raspberry Pi geschenkt und nachdem ich mittlerweile Zeit hatte, mich mit dem Gerät etwas näher zu beschäftigen, entschloss ich mich einen Heimwebserver daraus zu basteln. Die Rahmenbedingungen bei meinen privaten Bastelprojekten waren, wie RasPi Webserver 08meistens ;-) recht einfach abzustecken:

  1. Oberste Direktive: Es darf das Haushaltsbudget nicht belasten (= so wenig wie möglich kosten)
  2. Es dürfen nur Komponenten verwendet werden, die ich schon zu Hause hatte (=logischer Schluß aus 1)
  3. Der Webserver muss leise und sehr stromsparend sein
  4. es muss Spaß machen

Zur engeren Auswahl als Betriebssystem für den Raspi standen dann schlussendlich noch 2 Distributionen: Pidora und Raspbian. Mein persönlicher Favorit war die auf Fedora basierende Implementierung Pidora, die sich jedoch in Puncto Bedienerfreundlichkeit und Softwarerepositories gegenüber dem Raspbian-System geschlagen geben musste.
Da die Installation der Buchdatenbank doch mit recht vielen Megabytes zu Buche schlagen würde und sie ja auch noch durch Exzerpte, Besprechungen etc. wachsen sollte (siehe kuchers-blog), war die interne SD-Karte des Raspi als Speicherplatz keine Option auf Dauer. Somit kamen der aktive USB-Hub und eine ausgediente 120GB externe 2.5"-Festplatte ins Spiel. Die Platte wurde mit EXT4 formatiert und auf /var/www á la Debian über die fstab eingehängt und versieht seither ihren Dienst als Speicherort des Webservers. Nun lagen diese Experimentalaufbauten kunterbunt verstreut in einem Haufen an Kabeln auf meinem Schreibtisch. Das konnte natürlich so nicht bleiben... ein Rack musste her.
Aus einem erst kürzlich fertig gestellten Heimwerkerprojekt hatte ich noch diverse Vollholzteile übrig und der ein oder andere Plexiglasrest lag auch noch in meinem Bastelkeller rum.

Was bei dieser Rack-Bastelei herauskam sieht man hier in den Bildern.

 

RasPi Webserver 01
Rohstoff RasPi Ausgefeilt Gestänge
 Boden und Decke  Rohstoff  RasPi  Ausgefeilt  Gestänge
Grundgerüst Zwischenböder RasPi im Rack Kabelführung In Action
Grundgerüst Zwischenböden Raspi im Rack Kabelführung In Action


Nach der erfolgreichen Einbindung in das Heimnetz via fixem DHCP-Lease, konnte ich mit der Installation und Konfiguration des Webdienstes, sowie der Datenbank MySQL, dem Verwaltungswerkzeug phpMyAdmin und einen FTP-Server beginnen. Eine ausgezeichnete Grundlage dafür bildet eine Anleitung, welche ich speziell für den Raspi im Web gefunden hatte. Somit war die Installation und Inbetriebnahme des eigentlichen Webdienstes recht simpel. Die letztendliche Herausforderung stellte die Installation resp. Rücksicherung der kompletten Buchdatenbank dar, welche auf dem CMS Joomla in der Version 2.5 basiert (Die Komponente nennt sich Alexandria und sei jedem Bibliophilen ans Herz gelegt). Nachdem die entsprechenen Backupdateien und das Recoveryskript via FTP auf dem Raspi gelandet waren, startete ich den Wiederherstellungsprozess, der bei rund 2500 Bucheinträgen mit ein paar Tausend Bildern von Autoren und Buchcovern doch so an die 15-20min dauerte. Um so positiver überrascht war ich, als ich dann ohne zusätzlichen Aufwand und erstaunlich performant - in Anbetracht der schmalbrüstigen Hardware des Raspi - die bekannte Seite meiner Datenbank sah und sogleich auch damit arbeiten konnte.

Buchdatenbank auf den Raspi   HTOP
 Buchdatenbank auf dem RasPi (Frontend)  Auslastung im Betrieb

 

Fazit:

Wer ein wenig Zeit, Entdeckergeist und handwerkliches Geschick mitbringt, erhält mit dem Raspi, einem aktiven USB-Hub und einer ausgedienten 2.5" Festplatte einen passablen Heimwebserver und einiges an Expertise im Umgang mit diesem ungemein flexiblen Kleinstcomputer

 

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